" (...) Auch in Wolfgang Zamastils uraufgeführtem Stück Archiv II (2008) für Saxophon, Akkordeon, Violoncello und Elektronik mag der Hörer den Eindruck gewinnen, er sei nun Teil der Handlung eines Films von David Lynch. Nur ist es nicht Twin Peaks , sondern Inland Empire , einem Film über das Erzählen, einem Film mit Überlänge, der hier als Vergleich dienlich wäre (wobei Zamastil die Überlänge ebenfalls nicht zum Verhängnis wird; auch nicht die Verwendung alter amerikanischer Schlager, im Gegenteil). Die bald einsetzende, unbarmherzig hämmernde Fußmaschine der Saxophonistin wird als eigentlich stoisches Klangelement zum Leitfaden durch das farberfüllt knirschende, immer interessante und spannend narrative „Archiv“ Zamastils, der es dem Hörer – umso sympathischer – nicht leicht macht, ihm bei seinem langen, aber nicht langweiligen Gang zu folgen, ihn jedoch durch seinen wirklich intelligenten Umgang mit klanglichem Trash liebevoll zum Zuhören zwingt.
(Neue Musik Zeitung, 30.10.08)
" (... )Immerhin war der Tänzer Richard Siegal eine führende Kraft bei William Forsythe, bevor er sein eigenes Netzwerk The Bakery gründete.
Zu diesem gehört auch der Cellist Wolfgang Zamistil, ein sanfter Riese, der Siegal in "As If Stranger" mit dem Instrument vorantreibt, als eine Art Antipode. Am zweiten Abend, der in Teilen sehr anders verlief, verfolgte er den Tänzer geradezu, bis sich der Körper als Instrument behaupten musste."
(TA, Weimar, 18.2.08)
"(...) Siegal komponiert imaginäre Landschaften, verwebt sie mit Erinnerungen. Er will Räume erfahrbar machen und sucht sinnliche Nähe zu den Zuschauern. Lichtdesign, Video, elektronische Musik bewirken als existenzielle Bestandteile eine ständig wechselnde Atmosphäre. Wolfgang Zamistil mit seinem Violoncello live unterstreicht eindrucksvoll Phasen der Besinnung, der Hingebung wie solche des Aufbegehrens, des Zorns. (...)"
(TLZ Weimar, 18.2.08)
"Vier leicht gesetzte Streicherstücke für das erste Ensemblespiel, gewidmet den Streicherschlümpfen des Salzburger Musikums, bringt dieses neue Heft des erst 26-jährigen Komponisten Wolfgang Zamastil. Es ist deutlich aus der Praxis für die Praxis geschrieben, die vier kurzen Stücke üben sehr unterschiedliche pädagogische Aufgabenstellungen. (...) Das alles ist einfallsreich und reizend gemacht, mit überraschenden melodischen und harmonischen Wendungen, für Aufführungen und musikalische Umrahmungen wie geschaffen. (...)"
(Musikverlag Schott: Üben & Musizieren, 5/07)
Konzertkritik vom Debut in der Semperoper Dresden, 1.11.2006
„Der viel versprechende Cellist Wolfgang Zamastil, der an Bachs 3. Solosuite - mit Tanzeinlagen von x.IDA - ziemlich ungestüm, aber technisch brillant heranging, wusste im zweiten Programm mit seinen beiden Tango-Nuevo-Ensembles "anochesido" und "Continuum" das Publikum zu faszinieren.“
(Oö. Nachrichten, 11. Juni 2003 zum Festival „und mit Ende beginnt...“ im Brucknerhaus Linz)
"Cellospiel in Perfektion... hingerissen waren die Zuhörer vom Vortrag des 24jährigen. Perfekt und sensibel zugleich beherrschte der heute in Berlin lebende gebürtige Salzburger sein Cello. Erst nach langem Applaus konnte der Solist in die wohlverdiente Pause gehen..."
(Landshut Heute, 5, Dezember 2005)
"Der junge Wolfgang Zamastil verlieh Schostakowitschs 1.Cellokonzert eine schon nicht mehr irdische Sogkraft. Sein satter, flexibler Ton steigerte sich in der werkzentralen Kadenz bis in obertonreich-hypnotische Sphären."
(Salzburger Volkszeitung, 8, Dezember 2005)
"Zamastil stellte sich der Musik vom ersten Ton an souverän... nach einer lediglich kurzen Verschnaufpause verströhmte er dann sein Instrument in der Kantilene des zweiten Satzes. Eine absolut reife Leistung, die auch entsprechende "Applaus - Vorhänge" nach sich zog."
(Drehpunkt Kultur, 9, Dezember 2005)
"In "Triple Quartet" von Steve Reich, vor sechs Jahren entstanden, entführten Anna-Katrin Faber, Aya Muraki (beide Violine), William Lane (Viola) und Wolfgang Zamastil (Cello) mit klezmerdurchsetzter Linienführung in weit entlegene rhythmische Gefilde, zu denen man eigentlich singt und tanzt. Sie spielten es derart mitreißend, daß der harmonische Moll-Rahmen fast wie Dur klang. "
(Frankfurter Allgemeine, 19.5.06)
"Im Musikverlag Varner sind zwei Bände mit jeweils zwanzig Kompositionen des 1981 geborenen Cellisten und Komponisten Wolfgang Zamastil erschienen. (...) Die Grundidee ist, abseits von ausgetretenen Klassikpfaden in einer Art musikalischer Weltreise Begegnungen mit Klängen unserer Zeit, Melodien mit exotischem Kolorit und Musik mit stilistischen und folkloristischen Einflüssen anderer Länder zu ermöglichen. Dies ist besonders gelungen bei den Stücken des lateinamerikanischen Raums wie Tango, Bossa Nova und der kubanischen Rhapsodie. Auch das einem irischen Reel nachempfundene Stück "Im irischen Pub", der texanische Rag und der kroatische Tanz sind Beispiele voller animatorischer und spontaner Spielfreude. (...) Die spieltechnische Einrichtung der Stücke ist überzeugend und entspricht dem jeweiligen musikalischen Duktus. (...) Pfiffig gemacht sind die Illustrationen in Form von kleinen, zum jeweiligen Reisethema passenden Cartoons. "
(Musikverlag Schott: Üben & Musizieren, 4/06 )
"(...) Ein Glück, dass es zuvor ein Konzert mit jungen, unbekannten Musikern gab, mit Stipendiaten der Internationalen Ensemble Modern Akademie (Iema). Geradezu perfekt und klangsinnlich deutete ein Streichtrio (Anna Faber: Violine, William Lane: Viola, Wolfgang Zamastil: Cello) „Faux mouvement“ von Georges Aperghis, außerdem das nicht zuletzt durch Pausen sehr fein ausgehörte Stück „...Als...“ von Mark André. (Rafael Caldentey: Klarinette, Wolfgang Zamastil: Violoncello, Ueli Wiget: Klavier). Geradezu klangschön musizierte der Cellist Wolfgang Zamastil Helmut Lachenmanns Solostück „Pression“, das eigentlich mehr Aggressivität nahelegt. "
(Darmstädter Echo, 14.8.06)
So kann zeitgenössische Musik sich einem größeren Zuhörerkreis erschließen, ohne an Anspruch zu verlieren. (...) Die handverlesenen Stipendiaten vermittelten allesamt den immens wichtigen Eindruck, sich mit der Musik zu identifizieren, die sie darboten. Man hörte und sah den Musikern mit größtem Vergnügen zu. Søren Nils Eichberg hatte es im Zusammenhang mit der Uraufführung seines eigenen Werkes schon bündig zusammengefaßt: "Es sind auch einfach ganz tolle Leute."
(Frankfurter Allgemeine, 1.9.06)
Mit der seit dem Mittelalter mit sehr wechselndem akustischen Erfolg strapazierten These, daß Konstruktivismen innerhalt der nach Maß und Zahl geordneten Musik auf unbewußter Ebene harmonisierend wirken, beschäftigte sich ein wenig ironisierend auch die Komposition "Talea" oder "Die Maschine und das Unkraut" von Gérard Grisey, überzeugend und sicher dargeboten von Julia Breuer (Flöte, mit markanter Kühle), Rafael Caldentey Crego (Klarinette), Aya Muraki (Violine), Wolfgang Zamastil (mit dem unvergeßbar klaren Blick, in dessen Händen das Cello zum handlichen Zauberstab wird), Elmar Schrammel (Klavier) und dem so exakten wie sympathischen Dirigenten Manuel Nawri. (Frankfurter Allgemeine, 3.9.06)
Intrada - interview 2003 auf Österreich 1